Ernst van Dorp

Ernst van Dorp

* 02. Februar 1920
† 18. Dezember 2003

Ernst van Dorp war ein deutscher Architekt. 
Er prägte insbesondere das Stadtbild seiner Heimatstadt Bonn.

Das Leben

Ernst van Dorp wurde in einer politisch brisanten Zeit, die mit dem 2. Weltkrieg in einer Katastrophe mündete, im Jahr 1920 geboren. Aus dem Krieg kehrt er zurück in seine Heimatstadt Bonn, die durch die Bombardierung vom 18.10.1944 schwer zerstört wurde. Auch sein Elternhaus am Münsterplatz 25 wurde Opfer dieses Luftangriffs. Gemeinsam mit den beiden Geschwistern wird das Haus wieder hergerichtet und bewohnbar gemacht.

1946 beginnt er sein Architekturstudium an der Technischen Hochschule Fridericiana in Karlsruhe.1949 erhält Ernst van Dorp als Auszeichnung für eine studentische Wettbewerbsarbeit ein Stipendium für einen einjährigen Studienaufenthalt an der Massachusetts Institut of Technology (MIT) in Cambridge in den USA. Dort lernt er Walter Gropius kennen und studiert die Arbeiten von Mies van de Rohe und Frank Lloyd Wright.

Das Angebot von Walter Gropius zu einem weiteren Studium in Harvard lehnt er ab und kehrt 1950 nach Deutschland zurück, um bei dem Architekten und Hochschullehrer Egon Eiermann sein Diplom abzulegen.

1952 gründet er sein eigenes Architekturbüro im Haus Münsterplatz. Das 1967 fertiggestellte Atelierhaus am Bonner Talweg war für ihn bis zu seinem Tod im Jahr 2003 der Ort seiner Auseinandersetzung mit Architektur, Gestaltung und Kreativität.

Spektakuläre Bauten im Ausland, z.B. die Botschaft der Bundesrepublik Deutschland in Rio de Janeiro und im Inland, z.B. das Rathaus Center Ludwigshafen sind nach seinen Entwürfen entstanden.

Aber auch Sakralbauten für den Johannesbund in Leutesdorf oder Sportanlagen wie der Sportpark Nord entstammen seiner Feder. Es ging aber auch alles eine Nummer kleiner, wie die Bauten für den Photographen Charles Wilp in Mombasa Kenia oder das Heimatmuseum Bonn-Beuel zeigen.

  • 1959 – Botschaft der Bundesrepublik Deutschland, Rio de Janeiro

    Einer der hervorragendsten Bauten der noch jungen Bundesrepublik ist das Kanzleigebäude der deutschen Botschaft in Brasilien, mit dessen Planung im Jahre 1956 begonnen wurde. Auf beengtem, in eine 50 Meter hohe Granitwand gesprengtem, Grundstück entstand ein Bau im Stil der internationalen Moderne, selbstbewusst und dennoch ohne Pathos, mit größter Transparenz und einer für die 50er Jahre typischen, beschwingten Leichtigkeit.

  • 1992 - Heimatmuseum, Bonn-Beuel

    Mit einer aus Wachtberg stammenden Scheune aus dem Jahre 1662 wurde die „Beueler Museumsinsel“ komplettiert. Da sich Ernst van Dorp auch immer für die Baukunst der Vergangenheit interessiert hat, war klar, dass er die Betreuung dieses Objektes gern übernahm. Mit 500 neuen Eichenholznägeln wurde die Scheune am neuen Ort wieder nach alter Väter Sitte errichtet. Eine neue Dachkonstruktion wurde nötig, da die alte zu zerfallen war.

  • 1965 - Lodge by Two Fishes, Mombasa, Kenia

    Drei landestypische kreisrunde, nach oben offene Wohnbereiche sind unter einem frei schwebenden Schilfdach zusammengefasst und werden für Wohnen, Schlafen und Küche/Bad genutzt. Die deckenlose Räume, deren Wände aus einheimischem Korallengestein errichtet wurden, nutzen den Seewind zur Durchlüftung.

  • 1966 - Sportpark Nord, Bonn

    Das im Wettbewerb vorgegebene Gelände im Norden der Stadt war ursprünglich eine teilweise mit Müll gefüllte Kiesgrube. Nach Abtragen und Entsorgen des Füllmaterials entstand eine Senke, in die das Stadion eingebettet wurde. Bei der Fundamentierung der Sporthalle wurde eine noch tiefere und ältere Müllgrube gefunden, die ausgekoffert wurde – hier entstand das Olympiabad mit dem ersten 50-Meter-Becken in Bonn. Aus Termingründen wurde das Schwimmbecken komplett aus Aluminium eingebaut – damals eine absolute technische Neuerung.

  • 1973 - Rathaus-Center, Ludwigshafen

    Nach Verlegung des historischen Kopfbahnhofs, der die Stadt in zwei Hälften teilte, wurde für das freigewordene Gelände ein städtebauliches Gesamtkonzept entwickelt. Dabei musste auf die zwischenzeitlich errichtete, der alten Bahntrasse folgende, Stadtautobahn Rücksicht genommen werden. Der vom Büro van Dorp gewonnene Wettbewerb führte statt der ursprünglich in drei Hochhaustürmen geplanten Sozialwohnungen schließlich zu dem realisierten Rathaus-Center mit zwei sich kreuzenden Geschäftspassagen im Herzen der Stadt.

Die Klarheit seiner Gestaltungssprache hat ihren Ursprung in einer klassischen Zeichenausbildung, dem frühen Kontakt zu Architekten der Moderne in den USA und seiner Ambition, die Chance wandelnder Konstruktionsprinzipien immer in das eigene gestalterische Gedankenwerk einzubeziehen.

Das Buch

Mit seinen Bauten hat der Architekt Ernst van Dorp über 5 Jahrzehnte das Bild seiner Heimatstadt Bonn geprägt. Auf über 200 großformatigen Seiten lädt dieses Buch dazu ein, die Spuren, die er in der Stadt hinterlassen hat, zu entdecken – vom Sportpark Nord über das Hotel Bristol bis zum Landesbehördenhaus, von der Niederländischen Botschaft über die Theaterarkaden bis zur Rheinaue, von Banken und Verwaltungsbauten über Schulen bis zu Privathäusern. Nicht zu vergessen, die Bauten, die der Bonner in anderen Teilen der Welt gestaltet hat.

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